An Education
1961. In einer eintönigen Londoner Vorstadt wächst die fleißige Schülerin Jenny auf. Ihr größter Wunsch ist es, nach der Schule einen Studienplatz in Oxford zu ergattern und später als Lehrerin ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Doch eines Tages lernt Jenny den mondänen Mittdreißiger David kennen, der vom ersten Moment an ihre Welt aus den Fugen geraten lässt. Sehr zu ihrer Verwunderung schafft er es, sogar ihre konservativen Eltern Jack und Marjorie von sich zu überzeugen und entführt Jenny in eine, ihr bisher unbekannte Welt mit Konzerten, Nachtclubs, Dinnerparties und Kunst-Auktionen.Kritik: „Ich fühle mich alt, aber nicht sehr weise“, gesteht Jenny ihrer ehemaligen Lehrerin nach ihrer unglücklichen ersten Liebe. Die erst 16-Jährige hatte sich entgegen aller Konventionen in einen weit älteren Mann verliebt, diesem ihre Unschuld und ihr Ja-Wort gegeben und schließlich die Schule geschmissen. Bis sich jener als echter „Scheisskerl“ herausstellt. Obgleich es so scheint, als sei ihr noch so junges Leben ruiniert, erhält Jenny eine zweite Chance. Unüblich für die Zeit der 60er Jahre, in denen trotz Freiheitsbewegung die bürgerliche Mitte ja noch in strenger Moral verharrte. Doch Jenny hat aus ihren „Fehlern“, wenn man Liebe überhaupt als „Fehler“ bezeichnen will, gelernt. Regisseurin Lone Scherfig (Italienisch für Anfänger) gibt der eher unsentimentalen Erinnerung der britischen Starjournalistin Lynn Barber vor allem durch die Besetzung der Jenny mit der unverbrauchten Newcomerin Carey Mulligan ein wunderbar unverstaubtes und leichtfüßiges Gesicht. So unschuldig, verschwärmt und grausam sie sein kann: die erste Liebe! [net]